Letzte Woche hatte ich selbst ein Coaching bei einem sehr geschätzten Kollegen (ja, auch ich als Coach nehme Coachings und Supervisionen in Anspruch). Ein Thema unter vielen anderen war dabei meine Tätigkeit als Coach und welche Rollen ich dabei einnehme. Die Liste dieser Rollen war ziemlich lang, wobei drei davon für mich im Vordergrund standen:

Der Provokateur:

Provokation (lat. provocare „hervorrufen“) bezeichnet  (laut Wikipedia) ein gezieltes Hervorrufen eines Verhaltens oder einer Reaktion bei anderen Personen. Boah! Hört sich stark nach Manipulation an, oder? Im Coaching bzw. in der Beratung ist „Provokation“ aber oft notwendig. Warum? Ich habe ja schon öfters von der Komfortzone geschrieben und genau darum geht es bei „meiner“ Art der Provokation. In unserer Komfortzone ist es ja besonders angenehm und gemütlich für uns – alles läuft rund (oder auch nicht). Wenn ich „provoziere“, möchte ich meinem Kunden die Möglichkeit bieten, seine Komfortzone einmal zu verlassen, über den Tellerrand zu sehen, neue Wege zu entdecken. Also keine Angst – ich manipuliere nicht! Der Kunde kann sich ja entscheiden, ob er seine Komfortzone verlassen möchte bzw. ob er wieder dorthin zurückkehren will. Für mich ist daher meine Rolle als „Provokateur“ eine ganz wichtige, denn ich biete Menschen die Chance, Veränderung zu leben – außerhalb der Komfortzone.

Der Clown:

Wie jetzt? Wird da jetzt in meinen Coachings etwa geblödelt? Äh, ja! Lachen ist ein ganz wichtiges „Werkzeug“ in meiner Arbeit! Ich möchte, dass Veränderung Spaß macht! Und das soll es auch! Veränderung ist in unseren Köpfen oft mit Negativem gekoppelt: Verlust, Umbruch, Gewohnheiten verlieren, usw. Aber ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass Veränderung auch Spaß machen darf! Ich habe neue Erkenntnisse über mich selbst gewonnen, bin über Grenzen gegangen und habe meine Komfortzone verlassen – und das hat mich weiter gebracht. Momente des Zweifels und der Angst wird es immer geben, aber ich habe die Wahl der Entscheidung. Und mit Lachen ist alles viel einfacher! Es gehört einfach viel mehr gelacht im Leben!

Der Harmonisierer:

Mei, Harmonie ist schon toll! Friede, Freude, Eierkuchen! Hä?

Für mich gehört zur Harmonie viel mehr dazu! Es geht nicht darum, dass alles immer perfekt läuft, dass meine Erwartungen immer erfüllt sind, nur damit ich das Gefühl habe, glücklich zu sein. Harmonie ist mehr! Ich sehe den Menschen als Ganzes. Aufgrund meiner medizinischen Ausbildung zur Biomedizinischen Analytikerin, weiß ich, wie unser Körper funktioniert und bin immer wieder auf’s Neue fasziniert davon, was jede Zelle unseres Körpers so alles leistet. Ganz ehrlich? Ich finde Biochemie echt spannend! Und dann ist da noch unser Gehirn, was für sich alleine schon ein Wunder darstellt. Dort geht es erst so richtig rund! Emotionen, Verstand, Erfahrungen, Verhalten, u.n.v.m. an einem Ort vereint! Ein „Fleischklumpen“ entscheidet, ob wir lachen oder weinen, ob wir jetzt nach links oder nach rechts schauen. Oder steckt doch noch mehr dahinter?

Ich bin ein Verfechter des „Körper, Geist und Seele“-Systems. Erst wenn alles im Einklang ist, kann Harmonie entstehen, dann sind wir glücklich. Und dazu gehört aber meiner Meinung nach auch, dass wir mit Krisen umgehen können, dass wir nach Rückschlägen wieder aufstehen und dass „Auf und Ab“ einfach dazugehört zu unserem Leben.

Diese drei Rollen stellen meine Basis in meiner Arbeit als Coach dar. Viele andere Rollen mehr ergänzen mich und machen mich zu dem, was bzw. wer ich bin. Coaching und die Faszination Mensch ist meine Leidenschaft und das ist der Hauptgrund, warum ich Coaching nicht über eine bestimmte Zeiteinheit definiere, sondern als Prozessbegleitung.